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U15 Auswahl vergleicht sich im Osten

Die U15 TSV Auswahl war am Wochenende zum Pokal der Sportstadt Potsdam zu Gast. Das Turnier wurde auf der Ebene der Landesgruppe Ost als Sichtungsturnier ausgetragen, wodurch neben uns die Verbände aus Berlin, Brandenburg und Sachsen daran teilnahmen. Sachsen-Anhalt meldet prinzipiell nicht für diese Events. Unsere Kids starteten gar nicht schlecht ins Turnier. Gegen die Gastgeber des LSV Brandenburg konnte unser Team eigentlich mithalten, aber defensiv wurde zu oft zu einfach dem Gegner der Torabschluss erlaubt - 0:4 Rückstand nach 2 Minuten. Mit sehr viel Aufwand und einer guten Teamleistung wurden nach vorne schön kombiniert Tore nachgelegt zum 2:4 Viertelstand. Aber genau in den Situationen wo der Anschluss greifbar war, stellte sich das Team zu umständlich an. Sie kämpften um die Tore, scheiterten dann aber im eins gegen eins mit dem Potsdamer Torhüter. In der Umkehr nutzte Postdam die sich entstehenden Überzahlen eiskalt aus zum 3:8 Zwischenstand. Erst nach diesen vier Gegentoren setzten alle im Spiel die Zonenverteidigung sinnvoll um und durch die defensive Kontrolle kämpfte sich das Team wieder bis zum 6:9 heran. Etwas unglücklich war ein Strafwurffehler kurz vor Ende des zweiten Abschnitts, durch welchen die märkischen zum 6:10 Halbzeitstand erhöhen konnten. Obwohl das Thüringer Team nun eigentlich wach war, fiel die Konzentration mit Beginn des dritten Viertel wieder ab und Brandenburg entkam auf den 6:12 Spielstand vor Ende des letzten Abschnitts. Wegen eines schweren Fouls eines Brandenburger Spielers kam das Team Thüringen in diesem Abschnitt unerwartet zu vielen Chancen. Der sich daraus ergebende Strafwurf wurde nicht genutzt. Im Gegenzug erzielte Brandenburg in vier-minütiger Unterzahl das 6:13. Tom Steinecke konnte dann bei der ersten Erfurter Überzahl das 7:13 markieren. Im Gegenzug passierte das fast unmögliche - zwei Thüringer Spieler kassieren einen Ausschluss und Brandenburg erzielt den Überzahltreffer. In den übrigen zwei Minuten der Permanentüberzahl scheiterten dann Maurice Hotze und Franz Kirsch noch einmal allein vor dem Tor - sodass Brandenburg nach Strafwurf plus vier Minuten Unterzahl mit 1:2 weiter in Führung gehen konnte. Die letzten drei Minuten wurden dann noch einmal primär für die jüngeren Spieler genutzt - sodass der 9:17 Endstand höher ausfiel, als das Spiel eigentlich aussah.

Nach einer Pause von knapp 90 Minuten ging es dann an die Vorbereitung des Spiels gegen die Berliner. In der Mannschaftsbesprechung wurden noch einmal die positiven Aspekte des ersten Spiels hervorgehoben: Es wurden viele Chancen generiert, Ausschlüsse wurden gezogen, Ansatzweise wurde die Zonenverteidigung umgesetzt - aber alle diese Aspekte müssen über ein Spiel komplett umgesetzt werden. Mit neun Treffern lässt sich ein Spiel auf Augenhöhe bereits gewinnen, aber eben nur dann, wenn defensiv alle mitarbeiten.

In das Spiel gegen die Berliner startete unser Team viel selbstbewusster als gegen Brandenburg - eigentlich wieder ein bisschen zu übersteigert. Das Team konnte das Anschwimmen gewinnen und gleich den 1:0 Führungstreffer setzen. Ab diesem Moment wurden alle guten Aspekte des ersten Spiels vergessen und jeder, egal welcher der 6 Führungsspieler versuchte im eins gegen eins egoistisch ohne Zusammenspiel den nächsten Treffer zu setzen - die Folge war ein völlig überflüssiges 2:9 nach dem ersten Abschnitt. Die körperlich robusten Bären aus der Hauptstadt nutzen jeden Fehler eiskalt aus. Das Spiel war bereits nach dem ersten Abschnitt gelaufen, somit konnte es als Erfahrung für die jüngeren genutzt werden und gerade in diesem Spiel zeigte sich, dass sie sich gar nicht so schlecht anstellten. Das 4:29 Endergebnis war erst einmal nebensächlich - denn genau dafür war das Turnier ja da. Die Jungs konnten selbst ganz gut einordnen woran es im ersten Abschnitt lag. Beim Abendessen und dem anschließenden Fußball-Abend konnten dann Sportphilosophien ausgetauscht werden.

Am Sonntagmorgen stand dann der letzte Vergleich gegen Sachsen auf dem Programm. Diese hatten überraschend 6:3 gegen Berlin gewonnen, unterlagen jedoch Brandenburg mit 3:11. Das Spiel verlief fast deckungsgleich zum Spiel gegen Brandenburg. Unser Team kassiert zu schnell den 0:4 Rückstand. Dann kämpfen plötzlich alle zum 2:5 Pausenstand. Das zweite Viertel ist dann ausgeglichen bis zum 4:7 Halbzeitstand. Mit Beginn des dritten Abschnitts wird der 6:8 Anschluss erzielt und genau in dem Moment, wo Sachsen die stärksten Spieler schont und unser Team nachsetzen müsste, erkennen wir zu spät die Situation und kassieren stattdessen das 6:9. Der 7:8 Anschluss wäre der Knackpunkt gewesen - der Moment in dem die Dynamik des Spiels sich verändert. Die Sachsenauswahl nutzte im Gegenzug jede Chance zum 6:12 Pausenstand. Der letzte Abschnitt wurde dann auch noch einmal für die Jüngsten im Team genutzt, sodass der 8:17 Endstand fast identisch wie am Vortag ausfiel. 

Das Turnier war eine super Bestandsaufnahme für die Auswahl des Jahrgangs 2003 und jünger. Genau solche Vergleiche sind wichtig, denn nur so werden Schwachstellen im Spiel offenbart. Nur unter höchster Belastung lassen sich Fehler im Spiel feststellen, wodurch ein Lerneffekt bei den Spielern einsetzt. Im letzten Vergleich dieses Jahrgangs mit Sachsen lag unser Team noch mit 4:3 am Ende vorn (April 2017). Sicher gab es im Verlauf der Saison 2017/18 auch personell ein paar Veränderungen im Kader des Thüringer Teams. Aber die Leistung am Spieltag wird bestimmt durch das Abwehrverhalten der gesamten Mannschaft - nur wenn alle verteidigen wird es ein Spiel auf Augenhöhe. Diese Lektion sollten die Jungs an diesem Wochenende verstanden haben.

Als Trost gab es ein paar aufheiternde Worte von Jugend-Bundestrainer Nebojsa Novoselac, der den Jungs zur Platzierung gratulierte und Ihnen den Pokal übergab.

TSV mit: Dargel, Jentzsch; Heinrich, Hotze, Gahajti, Kirsch, Zepnik, Bergmann, Jakob, Hauser, Steinecke, Reinhardt-Garcia, Krauss

U15 TSV mit Bundestrainer Novoselac - Foto S.Seifert
U15 TSV mit Bundestrainer Novoselac - Foto S.Seifert

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