Herren starten in der Sachsenliga durch – Ein Rückblick

08.10.2019 | Wasserball-News, Wasserball-News-Herren

Nach vielen Überlegungen und Diskussionen der Erfurter Wasserballer endlich wieder den großen Schritt aus der heimischen Thüringen-Liga in Richtung 2. Bundesliga zu wagen, entschieden sich die Herren des Erfurter SSC in der Saison 2018/19 zu einem Gaststart in der Oberliga Sachsen. Neue Gesichter, Schiedsrichter, Schwimmhallen, dazu längere Anreisen und neue Impulse für die Entwicklung der jungen Spieler: All das erwarteten die Vereinsverantwortlichen und die Spieler der Herrenmannschaft von der neuen Doppelbelastung neben der heimischen Thüringenliga. Die Regeln waren etwas „knackiger“ als gewohnt, die Pausenzeiten waren verkürzt, Auszeiten um die Hälfte reduziert und ein Spieltag beinhaltete stets zwei Spiele über die volle Distanz.
Anfang Dezember 2018 ging es in Dresden zum 1. Spieltag gleich gegen den Titelverteidiger aus Görlitz und TuR Dresden II. In beiden Spielen gelang es dem Team mit einem furiosen Anfangstempo die Führung zur Halbzeit zu sichern, allerdings ging der Mannschaft von Trainer Jörg König in der zweiten Hälfte der Partien die Luft aus. Die taktische Umstellung der Gegner auf aggressivere Manndeckung führte zu individuellen Fehlern, mangelnder Torgefahr und dem einen oder anderen vermeidbaren Ballverlust. Beide Spielen mussten letztendlich knapp abgegeben werden. Dennoch brillierte der jüngste Spieler der Liga Alexander Rajewski mit einem Tor für Erfurt.
Am 2. Spieltag gelang dann der erste Sieg gegen den MSV Bautzen. Gegen USV Dresden sah es bis zu den letzten Spielsekunden nach einem weiteren Erfolg aus. Fünf Sekunden vor Abpfiff glich das Dresdener Team aber zum 10:10 aus, sodass man sich letztendlich mit einem Punkt zufrieden geben musste.
Zum letzten Spieltag der Hinrunde musste der ESSC zunächst 3 Stunden nach Görlitz anreisen. Im Spiel gegen HSG Leipzig II vergaben die Erfurter abermals die Führung in den Schlusssekunden. Das zweite Spiel des Tages gegen die SG Auerbach/Netzschkau wurde zudem knapp verloren.
Fazit nach der Hinrunde: Das Niveau der Sachsenliga ist höher und die Kontrahenten waren insgesamt robuster und spielten körperbetonter und teilweise einfach cleverer als der ESSC. Die Schnelligkeit war zwar ein Erfurter Trumpf, allerdings wurden auch die taktischen Defizite ziemlich schnell offen gelegt. Dieses Manko abzubauen, daran wurde im Frühjahr verstärkt gearbeitet.
Am 4. Spieltag gab es trotz guter Vorbereitung einen Dämpfer im Rückspiel gegen den späteren Meister der Sachsenliga Lok Görlitz (8:13). Jedoch konnte das zweite Spiel des Tages gegen USV Dresden deutlich zu Erfurter Gunsten entschieden werden.
Highlight der Rückrunde war der Spieltag im Mai zu Hause in Erfurt. Hier konnten die Erfurter Herren vor heimischem Publikum auf Großfeld überzeugen. Mit schnellen Torerfolgen gegen den MSV Bautzen (Endstand 12:6) und TuR Dresden II (13:9) konnte die Führung über die gesamte Spielzeit beibehalten und ausgebaut werden. Daheim brillierten vor allem Center Christian Kattenberg, dazu Youngster Alexander Rajewski und Center-Verteidiger Robin Kampes.
Am letzten Spieltag im Freibad Bautzen konnten die Erfurter Herren bei strahlenden Sonnenschein, neben einen spürbaren Sonnenbrand vor allem mit einem 12:9-Sieg gegen Leipzig und einem vermeidbaren 10:10-Unentschieden gegen die SG Auerbach/Netzschkau einen durchaus zufriedenstellenden Saisonabschluss einfahren. Damit wurde der 4. Platz erreicht, punktgleich zur Drittplatzierten SG Auerbach/Netzschkau. Ein 10:9 im letzten Spiel hätte dabei sogar den Vizemeistertitel gebracht. So konnten sich Trainer und Spieler aber dennoch über den gelungenen Einstand und die beste Defensivleistung aller Teams freuen.
In der Rückrunde hatte der ESSC nur ein Spiel (gegen den Landesmeister Görlitz) verloren und bis auf besagtes Unentschieden alle Spiele gewonnen. Parallel zur Sachsenliga wurde „nebenbei“ auch der Landesmeistertitel der Thüringenliga verteidigt. Trotz holprigen Saisonstarts gegen die sächsischen Teams konnte eine enorme konditionelle und vor allem auch spielerische Entwicklung nachgewiesen werden. Alle Spieler auf den verschiedenen Positionen wurden an Erfahrung und Spielstärke reicher. Kapitän Lucas Hauser konnte sich mit 27 Saisontoren auf Rang 8 der Torschützenliste positionieren. In der Thüringer Landesliga konnte sich zudem Alex Rajewski mit 30 Toren an die Spitze dieser Wertung setzen.
In der nächsten Saison will der ESSC die aktuelle Form noch weiter ausbauen, weitere Jungendspieler integrieren und versuchen, in beiden Ligen ganz vorn mitzumischen, um danach den Schritt in die 2. Liga Ost zu wagen.

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